Die Untere Landschaftsbehörde stuft den Baumbestand in der Wickeder Ringstraße als schützenwerte Allee nach dem Landschaftsgesetz NRW ein.
Dem hatte sich auch der Gemeinderat seinerzeit angeschlossen. Die nun vom Bauhof durchgeführten Arbeiten stießen auf verschiedene Reaktionen. Hierzu stellten sich nebem Bürgermeister Dr. Martin Michalzik, Bauhofleiter Rainer Kräenfeld auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Fabri, Wahlkreisabgeordnete Philipp Pantel und weitere CDU-Fraktionsmitglieder den Anwohnern der Ringstraße, um sich die verschiedenen Argumente anzuhören und in der kommenden Woche im Bauausschuss noch einmal zu diskutieren.
Anbei hierzu der Presseartikel des Soester Anzeiger vom 11.03.2015:
Foto: Soester Anzeiger, Andrea Schulte Kaum hat der Bauhof an den Platanen in der Ringstraße die ersten beiden Baumscheiben überarbeitet, da regt sich bei den Anwohnern an der Ringstraße weiterer Unmut. In der Folge werden alle weiteren Maßnahmen vorläufig eingestellt. Ob die Platanen nun doch gefällt werden oder aber die Allee erhalten bleibt, soll im Bauausschuss nächste Woche überlegt werden.
Nach den jüngsten Protesten aus der Anwohnerschaft waren gestern Bürgermeister Michalzik und Bauhofleiter Kräenfeld nebst Mitgliedern der CDU um Vorsitzenden Thomas Fabri und Wahlkreis- Abgeordneten Philipp Pantel vor Ort, um mit den Anwohnern zu diskutieren. Entkräftet wurde dabei die Kritik von der Ringstraße, man sei über die Sanierung im Vorfeld nicht informiert worden.
Tatsächlich hatte es bereits vor einem Jahr einen Brief mit Angabe der beabsichtigten Maßnahmen gegeben, die an Ex-Bauamtsleiter Wilfried Schüttler als Wortführer der Anlieger geschickt worden war. Ob die Bitte, die Infos an die Nachbarn weiterzugeben, von ihm nicht erfüllt wurde, oder die Mitteilung seitens der Anlieger wieder in Vergessenheit geraten war, blieb offen. Tatsache aber ist: Eine Information hat stattgefunden. Tatsache ist laut Bürgermeister Michalzik zudem, dass die Wegeparzellen der Bürgersteige teilweise tatsächlich im Eigentum der Anwohner stehen, in den 50- er Jahren aber vertraglich geregelt wurde, dass die Kommune als Straßenbaulastträger freie Hand für alle Maßnahmen hat.
Zu klären ist die gestern aufgeworfene Frage, ob die Kommune für Schäden z.B. durch Wurzelwerk der Bäume aufkommen muss oder zuständig ist, wenn Asche von den wassergebundenen Flächen auf die Privatgrundstücke geschwemmt wird. Der Fachmann des Kreises Soest für Alleen hatte bisher stets die Schutzwürdigkeit der elf Platanen in der Ringstraße unterstrichen. Aufgrund dieser Position hatte der Gemeinderat seinerzeit entschieden, die von den Wurzeln hervorgerufenen Stolperkanten und Verwerfungen in den Gehwegen zu entschärfen.
Dazu sollen die Pflastersteine durch eine Aschedecke ersetzt werden. Die Hoffnungen lagen darauf, mit diesem Kompromiss eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden. Doch an der kategorischen Ablehnung der Platanen durch die Anlieger hat die in dieser Woche begonnene Maßnahme nichts geändert. Im Gegenteil: Die Anwohner, die sich durch eine Palette von Folgen vom jährlich mehrmaligen Blattabwurf bis hin zum Wurzelschaden betroffen sehen, müssen bei einer Akzeptanz der gegenwärtigen Maßnahme davon ausgehen, dass die Platanen auch künftig vor ihrer Tür erhalten bleiben. Ihr vehementer Protest ist daher nur logisch: Wenn sie die Fällung der Platanen erreichen wollen, dann jetzt, bevor der Bauhof weiteren Aufwand in die Baumscheiben steckt. Die CDU gab zu erkennen, dass man dem Ergebnis einer weiteren Abwägung offen gegenüber stehe.
Sollte der Ausschlag gegen die Bäume ausfallen, würde man auch einer Fällung der Platanen zustimmen. Bis zur Klärung dieser Frage, der man sich beim Bauausschuss nächsten Dienstag ab 17.30 Uhr im Bürgerhaus widmen will, soll der Bauhof einstweilen weder weitere Zeit noch weiteres Geld an der Ringstraße aufwenden.